Zubereitung der Fuscherspeise

Vorweg vermerkt sei, dass die Anzahl der Personen, die an der Fuscherspeise teilnehmen, nur annähernd bekannt sein muss, denn übrig gebliebener Fuscher schmeckt auch am nächsten Tag aufgebraten hervorragend. Darum ist es nur dann ein Fehler, wenn eine zu kleine Portion Fuscher zubereitet wurde und die Teilnehmer nicht zufriedenstellend gesättigt wurden.

Aus dem zuvor genannten Grund sollte beim Zubereiten einer Fuschermahlzeit immer auch eine gute Reserve eingeplant sein. Nachdem auch ein genügend großen Topf gewählt wurde, werden die geschälten Kartoffeln hineingetan. Dabei muss darauf geachtet werden, dass nicht zuviel Wasser in den Topf gegeben wird und nach dem Garen zuviel abgegossen werden muss. Wer aber mit der Wasserzugabe noch wenig Erfahrung hat, der sollte eher etwas mehr, als zu wenig Kochwasser hinzutun, um ein Anbrennen der Kartoffeln zu vermeiden, denn von angebrannten Kartoffeln gibt es keine schmackhafte Fuscherspeise. Es darf auch die übliche Salzzugabe nicht vergessen werden.

Der Topf muss aber auch ausreichend Platz zum Zugeben des Weizenmehls und zum Stampfen danach haben. Darum, eher einen zu großen, als einen zu kleinen Topf zur Fuscher-Zubereitung wählen

Wenn die Kartoffeln gegart sind, muss das überschüssige Kochwasser abgegossen werden. Danach wird sofort etwa ein knappes Drittel des Kartoffelvolumens Weizenmehl unter die heißen Kartoffeln gemischt. Dafür eignet sie ein großer Löffel aus Holz, oder auch Metall. Auf diese Weise wird das Weizenmehl nur gebrüht und das ergibt den unverkennbaren Fuscher-Geschmack.

Die Menge des Mehls hängt aber auch von der Stärkehaltigkeit der Kartoffeln ab. Darum kann bei sehr stärkehaltigen Kartoffeln auch schon ein Viertel ihres Volumens ausreichend sein.

Während des Stampfens kann auch noch Mehr hinzu gegeben werden, wenn die Fuschermasse zu weich ist.

Das Fuscher-Stampfen ist eine anstrengende Tätigkeit und darum sollte man sich dabei abwechseln. Der Fuscher ist erst dann richtig durchstampft, wenn unten im Topf kein Mehl mehr vorhanden ist. Darum sollte die Fuschermasse immer wieder von unten nach oben gewendet werden, bis eine feste Masse entstanden ist und alle Mehlklümpchen zerstampft sind. Die Fuscherspeise ist fertig, wenn sie sich sowohl vom Topfrand, als auch vom Stampfer löst und eine kompakte Masse aus den Kartoffeln und dem Mehl entstanden ist

 

Die Zubereitung der Fuscher-Soße:

Dazu wird durchwachsener und leicht angeräucherter Bauchspeck benötigt, der aus der natürlichen Schweinehaltung stammt. Bauchspeck aus der Massenzucht erbringt nicht das erwünschte Aroma und schmeckt darum auch nicht. Von einer Bauchspeck-Seite benötigt man einen etwa 50-60 mm breiter Streifen. Davon werden etwa 2-3 mm dicke Scheiben bis zur Schwarte abgeschnitten. Man kann vom Streifen Bauchspeck aber auch die Schwarte abtrennen und ihn dann würfeln.

Die Scheiben oder Würfel des Bauchspecks werden auf kleiner Flamme ausgebraten. Dem ausgelassenen Fett werden die Grieben oder Würfel entnommen, damit sie beim Zubereiten der Soße ihre Krossheit nicht verlieren.

Unsere Vorfahren, als Bauern entnahmen dem Sahne-Steintopf einige Kellen von der bereits gesäuerten Sahne und gaben sie in das ausgelassene Fett. Dann wurde alles auf kleiner Flamme eingeköchelt, bis eine etwas sämige Soße daraus entstanden war. Damals kam es auch nicht auf die Sämigkeit der Soße an, es konnte gern auch gut fettig sein, denn bei der damals üblichen körperlichen Arbeit, benötigte der Körper auch mehr Energie zum Verbrennen.

Heute wird für die Zubereitung der Fuschersoße süße Sahne zum Fett gegeben und auf kleiner Flamme zusammen eingeköchelt, bis Soße daraus entstanden ist. Dann wird etwas Zitronensaft hineingetröpfelt und so entsteht der etwas säuerliche und typische Fuscher-Soßen-Geschmack.

Danach können die entnommenen Grieben der Fuschersoße wieder hineingegeben, oder auch den Fuscher-Essern überlassen werden, die sie gern essen und ich gehöre auch dazu.

Ihr Gerhard Wolter

 

9 Antworten auf Zubereitung der Fuscherspeise

  1. Wolfgang Litschke sagt:

    Lieber Gerhard Wolter, habe heute mein erstes Fuscheressen bereitet. Ich habe 1500g Kartoffeln (Adretta) gekocht und beim Stampfen 480g Mehl zugefügt. Da der Fuscher sehr kompakt wurde, habe ich etwas Butter zugefügt.
    Zur Soße verwendete ich Bauchspeck, nahm die Grieben heraus und verquirlte einen Becher Schmand mit einem Becher süßer Sahne und ein wenig Essig. Um etwas mehr Soße zu haben, gab ich noch etwas Buttermilch hinzu.
    Dazu gab es Gurkensalat mit saurer Sahne und original polnische Maschlanka (Buttermilch). Die Grieben gab ich getrennt von der Soße über die Speise.
    Es hat sehr gut geschmeckt, aber wahr ja ungeheuer sättigend. Der Fuscher wahr sehr kompakt wie Kloßteig. Das Stampfen werde ich beim nächsten Mal der Küchenmaschine überlassen. Ob der Fuscher so steif sein muß ?
    Zu zweit werden wir wohl noch 2 Tage davon essen.
    Mit freundlichen Grüßen Wolfgang Litschke

  2. Willi Bloch sagt:

    Liebe Fuscher-Fangemeinde,
    Fuscher gehörte bei meiner Mutter zum festen Speiseplan. Mein Vater hat den Stampfer noch selbst geschnitzt und er tut noch heute seinen Dienst. Meine Eltern sind 1943 aus der Ukraine in den Westen gekommen und haben das Rezept von dort mitgebracht.
    Was ich bei allen Rezepten auf dieser höchst lobenswerten Webseite vermisse:
    Bei uns wurden nach dem Anbraten des Bauchspecks in Butterschmalz noch reichlich halbierte Zwiebelringe hinzugefügt und glasig gedünstet. Danach kam dann die saure, oder auch noch süße, Sahne dazu. Die Zwiebeln geben der Soße dann den (für mich) unverwechselbsr würzigen Geschmack. An Zitronensaft kann sich meine Mutter nicht erinnern, damals hatte man die auch nicht immer.
    Wichtig fand ich immer, dass reichlich Soße, Zwiebeln und Speck vorhanden war. Die Zwiebeln haben sozusagen das Gemüse ersetzt. Die Kartoffelmasse klebt einem sonst am Gaumen fest. Dazu gab es immer ein Glas Buttermilch.
    Vielleicht probiert diese Variante mal jemand aus und gibt sein Testurteil ab!?
    Guten Appetit!
    W. Bloch

    • Hallo, lieber Willi Bloch,

      der Fuscher-Soße konnten natürlich auch Zwiebeln enthalten. Es gibt auch Fuscher-Liebhaber, die nichts vom Schwein essen und die braten auch Rippchen vom Kalb.

      Viel Freude bei der Fuschermahlzeit wünscht Gerhard Wolter

  3. maik hobeck sagt:

    Meine Oma, leider schon in den 80ern verstorben , hat, soweit ich mir erinnern kann, schon mit dem Speckk die Zwiebeln anjebraten…
    Dann aus dem Fuscher Kösschens jeformt und die in der Pfanne mit dem Fett von dem Speck jebraten, nech 😉

    • Martina sagt:

      Ja. So kenne ich die Fuschern auch. Aus dem Teig wurden kleine Röllchen geformt und dann in der Specksosse gebraten. Meine Omi kam auch aus Polen.

  4. Sandra Konschack sagt:

    Hallo zusammen,

    kann mir einer das Rezept von Kartoffelfuscher geben? Ich habe bis jetzt noch nichts passendes gefunden. Mein Mann hat das zu Hause öfters gegessen und nun wollten wir das auch mal probieren.

  5. Julia sagt:

    Hallo! Habe heute erstmals den ominöse, mir bis dato unbekannten Fuscher gemacht. Mein Mann kannte dieses Essen von Kindesbeinen an von seinem Großvater, der aus dem heutigen Polen kam. (Rezept natürlich nur mündl. Überliefert.)
    Was soll ich sagen…es war sooo lecker… ist natürlich nen ganz schöner Klopper, man sollte danach wohl am besten Rüben hacken gehen o.ä. 🙂
    Da ich als junge Hausfrau natürlich den unbekannten holzfuscherstampfer nicht hatte, habe ich einfach meine Kartoffel Presse benutzt und dann Mehl zugefügt und mit einem handelsüblichen metall-kartoffelstampfer alles vermischt. Das ging wunderbar. Schnell und nicht anstrengend.
    Kartoffelsorte waren festkochende Annabell.
    Dazu gab es speck-zwiebel-pfanne. Ohne sahne.

  6. Julia sagt:

    Ach ja: dazu gehörte Buttermilch und Rote Beete.

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