Rezept: Nachtrag

In der vorigen Woche habe ich zum ersten Mal Fuscher mit Roggenmehl gekocht, wie unsere Vorfahren die Fuscher-Speise immer vorbereitet haben sollen.

Leider ist mein Fuscher mit Roggenmehl nicht so gelungen, wie ich es gewünscht habe. Es wurde eine sehr klebrige Angelegenheit und meine Fuscherspeise bekam zwangsläufig keine Bindung, wie mit Weizenmehl.

Geschmacklich war mein Fuscher mit Roggenmehl zwar anders, als mit Weizenmehl, aber er schmeckte nicht schlecht.

Auch beim Braten des übrig gebliebenen Fuschers mit Roggenmehl verfestigte sich die Karoffeln mit dem Roggenmehl nicht in gewünschter Weise.
Möglicherweise hatten unsere Vorfahren einen Trick, damit sich die Kartoffeln mit dem Roggenmehl binden. Allein durch das Brühen des Mehls durch die heißen Kartoffeln gelingt das nicht.

Weizen benötigt zum Wachsen und Gedeihen guten Boden und damals gab es noch keine Kunstdünger. Der wenige Naturdünger (Mist aus den Stallungen, auch menschliche Hinterlassenschaft unterhalb des Häuschens mit einem Herz in der Tür) wurde für den Anbau von Kartoffeln und Rüben benötigt. Darum musste in der Landwirtschaft eine Fruchtfolge beachtet werden, damit alle Äcker eines Hofes innerhalb drei bis vier Jahren mit Dünger versorgt werden konnten.
Erst im Jahr danach wurde früher auch ein kleiner Acker mit Weizen besät und das daraus gewonnene Mehl wurde hauptsächlich zum Kuchenbacken verwendet.

Wer hat da eine Lösung?

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Rezept: Nachtrag

  1. Jörg Lange sagt:

    Hallo, mein Oma, 1905 in Tschons (Kreis Lask) geboren, hatte folgendes Rezept:
    Alle Mengenangaben sollten je nach Geschmack probiert werden:
    Ca. 1,5 kg mehlig kochende Kartoffeln in Salzwasser halbgar kochen, danach das Wasser bis auf 1 cm abgießen, ca. 350 g Weizen- und ca. 50 g Roggenmehl auf die Kartoffeln geben und im geschlossenen Topf zuende garen. In der Zwischenzeit ca. 1 kg Schweinebauch (ich mag gerne mehr!) gewürzt mit viel Salz, Pfeffer und Knoblauch in Butterschmalz, (das hatte meine Oma nicht, ist aber gut für den Geschmack) und Öl ausbraten. Der Speck sollte schwimmen, um zu richtig guten Grieben zu werden! Jetzt könnte man Schwielen bekommen:
    Omas Kartoffelstampfer nehmen, den Stiel mit einem weichen Tuch umwickeln, langsam das Fett der ausgebackenen Grieben in die Kartoffel-Mehl-Masse gießen und stampfen! So lange Fett nach gießen und weiter stampfen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Meine Oma sagte immer „ohne viel Dickmilch bekommt man das Zeug nicht herunter!“. Pfuscher, Grieben oben drauf, Dickmilch dazu – Guten Appetit!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *